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Es waren halt schon noch gute Zeiten, damals. Fiat gab die Höchstgeschwindigkeit für sein kleines Coupé mit 159 km/h an, das reisst heute keinen mehr vom Sitz. Doch der Wagen wiegt halt nur 825 Kilo, und die lassen sich um einiges flotter bewegen als heutige Kleinwagen, die 300, 400 Kilo schwerer sind. Das 128 Coupé misst 3,83 Meter in der Länge und nur 1,56 Meter in der Breite, in den Kurven neigt er sich bedrohlich zur Seite, hinten hat er nur Trommelbremsen, das Getriebe muss mit vier Vorwärtsgängen auskommen, doch das reicht völlig. Schön ist auch: man hat dauernd das Gefühl, so richtig schnell unterwegs zu sein, die Reifen quietschen in der Kurve, die Vorderräder schieben flott weg, die Arbeit am Lenkrad und am langen Schalthebel erscheint rennmässig, doch wenn man dann auf den Tacho schaut, dann ist man immer noch innerhalb der engen Grenzen, die unsere Freunde und Helferlein noch zu akzeptieren gewillt sind.

Sie haben bereits einen netten Liebhaber-Wert erreicht, die 128 Coupé, auch jene der zweiten Generation. Erstklassige Exemplare kosten über 15'000 Franken, für ein gutes Stück sind auch 10'000 Franken zu entrichten. Rost ist natürlich das grösste Problem, doch unser Fahrzeug, mit dem wir eine kleine Ausfahrt machten und das am 30. April in der Oldtimer Galerie in Toffen unter den Hammer kommt, zeigte in diesem Bereich keinerlei Schwächen; auch das Interieur ist quasi wie neu. In schwindelerregende Sphären werden die Preise nie steigen, doch so ein kleiner Fiat, der unterdessen auch Veteranen-Status hat, ist so etwas wie das perfekte Einstiegsmodell in die Welt der Oldies. Die Italiener sind relativ günstig im Unterhalt, es gibt noch jede Menge Ersatzteile, und auch die Arbeit am Auto selbst verlangt keinen Hochschul-Abschluss als Ingenieur. Dazu kommt die Freude am Fahren: Natürlich macht ein alter Aston oder ein Ferrari mehr her und ist auch schneller, doch dieses 128 Coupé ist ein absoluter Sympathieträger, der auch Frauenherzen höher schlagen lässt.


Klassisches und deshalb gutes Design, kein Firlefanz.

Text/Fotos: pru.