Alfa Romeo 8C Spider.Alfa Romeo 8C Spider.

Am besten funktioniert es vom 3. in den 2. Gang. Knapp unter 4000/min, eine Durchfahrt unter einer Brücke oder natürlich ein Tunnel sind tauglich. Dann, und nur dann, hört man die Symphonie des Bösen. «Les fleurs du mal», nach Baudelaire. Ein röchelndes Brabbeln, fies, gemein, heavy metal, AC/DC in ihren übelsten Zeiten, laut. Wirklich, wirklich laut. Und bösartig. Wie das Bellen eines räudigen, von Flöhen geplagten Strassenköters, dem man ans Familienglück greift. Es könnten auch Fehlzündungen sein, sind es aber nicht, die Sound-Ingenieure von Alfa Romeo haben genau das gewollt.

Dieser Lärm macht süchtig. Wir fahren etwas öfter unter dieser einen Unterführung durch, als es der direkte Weg bedingen würde. Vergesst die Lambos, vergesst den 458 Italia, auch die gröbsten Corvette können da nicht mithalten und Boxer mit nur sechs Zylindern sowieso nicht; man muss weit in der Geschichte des Automobils zurückblättern, bis man einen solch, Entschuldigung, geilen Sound findet (wir hätten zwar noch eines, erst vor kurzem beschrieben: Allard J2). Doch bei Alfa Romeo hat «beautiful noise» ja Tradition, früher hiessen die Alfa auch 8C, und ihre Auspuffrohre dienten nur der Verzierung. Der neue 8C brüllt sich hoch bis 7500/min, und das Vernügen ist grossartig, wirklich grossartig, wenn man es offen erleben kann.

8C heisst der schärfste Alfa seit Jahrzehnten natürlich nicht zufällig, otto cilindri, wie schon in den 30er Jahren; diesmal aber nicht als 2300 oder 2900, sondern mit 4,5 Liter Hubraum, 450 cavalli, in 4,5 Sekunden von 0 auf 100. Höchstgeschwindigkeit knapp unter 300 km/h, Kaufpreis 211'000 Euro oder 320'000 Franken. Offiziell sind die 8C Competizione Spider, gebaut zwischen 2008 und 2010 in genau 500 Exemplaren, längst ausverkauft, aber wir wissen, dass im Werk noch einer steht in der feinsten Schweizer Konfiguration.

Italienisches Design. Vom Feinsten.

Und er röhrt, zischt, schnaubt. Wild. Gut.